Gott und den Menschen lieben … Lk 10:27

Stern auf den ich schaue…

Liebe Leserin, lieber Leser,

vom Typ her bin ich einer, der gerne neue Dinge ausprobiert. Neue Technik begeistert mich. Ich liebe es, z. B. neue Speisen auszuprobieren, je schärfer und exotischer, um so besser. So habe ich schon alles Mögliche gegessen. Selbst vor Heuschrecken schreckte ich nicht zurück. Was mich aber auch fasziniert, ist neue Menschen und Kulturen kennenzulernen. Deswegen ist für mich ein Umzug in ein neues Land, Stadt oder Dorf keine Katastrophe, sondern immer ein neues Abenteuer mit vielen neuen Entdeckungen, Begegnungen und Herausforderungen. Zum Glück geht es meiner Frau genau so. Keine Angst, das ist jetzt kein Abschiedsbrief des „neuen“ Pastors. Es gibt hier in Fellerdilln und Rodenbach noch viel zu entdecken und zu tun.

Doch bei all’ meiner Flexibilität und Unbeständigkeit, habe ich im Laufe der Jahre bei mir entdeckt, dass ich doch eine gewisse Beständigkeit im Leben brauche. Es gibt so manche Speisen, die immer wieder auf den Speiseplan kommen, wie z. B. Angelikas Kartoffelsalat. Ein Leben ohne ihn macht einfach keinen Sinn. So habe ich mich auch über die Jahre sehr an meine Frau und Kinder gewöhnt. Auch ein Leben ohne Hund würde mir momentan schwer fallen. Naja, außer an den Tagen, an den der Hund glaubt, dass er von Wildschweinen abstammt, sich in Wildschweinexkrementen und Matschlöchern suhlt.

Nein im Ernst, ich brauche in meinem Leben etwas, auf das ich mich verlassen kann. Das mich auch in meiner Flexibilität und Abenteuerlust begleitet. Etwas, das mir Orientierung in meinem Leben gibt. Wie z. B. ein Stern, der am nächtlichen Horizont steht und mir den Weg weist. Oder wie ein Fels, der mir in unruhigen Zeiten Stabilität gibt. Oder wie ein Führer, dem ich vertraue, wenn ich nicht mehr weiter weiß. Oder wie ein guter Stab, auf den ich mich stützen und mit dem ich mich verteidigen kann. Oder wie gute Speise, die meinen geistlichen Hunger stillt und Futter für die Seele ist. Oder wie ein Ziel, dass mich motiviert, anspornt und Sinn gibt. Ohne das Ziel würde ich in die Irre gehen.

Was ist für mich dieses ,,Etwas” in meinem Leben, auf das ich mich verlassen kann? Das alles ist für mich Jesus Christus. Er begleitet mich überall hin. Er ist es, der mir und dir Stetigkeit im Leben schenkt, bei aller Unstetigkeit. Jesus ist es der Autor und Vollender unseres Glaubens (Heb 12, 2), er allein.

Adolf Krummacher, ein Pfarrer aus Wuppertal und Zeitgenosse des FeG Gründers Hermann Heinrich Grafe, dichtete 1857 ein Lied, das genau diese Stetigkeit zum Ausdruck bringt. Mir bedeutet dieses Lied sehr viel, da es mich immer wieder auf die Allgenügsamkeit Jesu Christi in meinem Leben hinweist und mich damit zugleich tröstet und ermutigt.

Mein Gebet ist, dass du diese Liedverse aus vollen Herzen mitsingen kannst.

Sei gesegnet, Dein

Manuel Fleßenkämper

Stern, auf den ich schaue,
Fels, auf dem ich steh,
Führer, dem ich traue,
Stab, an dem ich geh,
Brot, von dem ich lebe,
Quell, an dem ich ruh,
Ziel, das ich erstrebe,
alles, Herr, bist du!