Tag 19

Jesus selbst musste erst sprechen und laufen lernen, und genau so dürfen wir mit unserem
Wachstumsprozess geduldig sein. Wie ein Kind erst alles lernen muss und wir auch als Erwachsene unser Leben lang nie auslernen, so ist es auch im Glauben. Es wird uns nicht gelingen, sowohl unseren eigenen Erwartungen als auch all den Erwartungen anderer standzuhalten.
Aber nur, weil wir unseren Maßstäben aus eigener Kraft nicht gerecht werden können, bedeu-
tet das nicht, dass wir die Messlatte tiefer hängen sollten. Wenn uns nun einer auf die rechte
Wange schlägt, dann auch die linke hinhalten? Das fordert uns heraus, aber ist es gleichzeitig
nicht auch genau das, was wir benötigen? Etwas, das uns anstößt, über unsere kleinliche und
kleinkarierte Sichtweise hinaus zu handeln. Eine Handlung, die das Göttliche in uns zum Vor-
schein bringt. Unsere Welt braucht und sehnt sich nach Menschen, die nicht nach ihren eigenen Regeln leben. Menschen, die über ihr eigenes Ego springen. Menschen, die diesem neuen König dienen und sein Reich bauen. Unsere Welt könnte ein so viel besserer Ort sein.
Lassen Sie sich von unserem himmlischen Vater, wie zu Beginn des Kapitels in diesem schwer
verständlichen und doch wunderschönen Adventslied, als »Tochter Zion« (oder Sohn) anspre-
chen. Denn Gott möchte Sie in sein herrliches Reich einladen. Er wünscht sich nichts mehr, als
dass auch Sie sich darüber freuen und jubeln, dass sein Reich kommt. Und Sie ein Teil davon
sind. Jesus möchte Ihnen auf diesem Weg als König dienen, Ihnen den Weg weisen und Sie
begleiten. Ganz ohne Bedingungen, ohne Erwartungen, ohne einen Leistungsgedanken – einzig und allein aus Liebe. »Siehe, dein König kommt zu dir.« Sein Reich hat mit Weihnachten begonnen, lassen Sie sich einladen, und werden auch Sie ein Teil davon.

König, Oskar. 24 x Weihnachten neu erleben (German Edition) (S.134. SCM R.Brockhaus. Kindle-Version.